Grußwort Albrecht Reusch, Kämmerer der Stadt Sindelfingen

Seit der Landtag und das Innenministerium von Baden-Württemberg im vergangenen Jahr die rechtlichen Grundlagen für die Einführung des neuen Haushalts- und Rechnungswesens geschaffen haben, stehen die Städte und Gemeinden vor einer großen Herausforderung. Die Umstellung von der Kameralistik auf die kaufmännische doppelte Buchführung ist ein Jahrhundertprojekt – beinhaltet es doch nicht nur einen anderen Buchungsstil, sondern noch vieles andere mehr. Die Gliederung der kommunalen Haushalte wird sich komplett verändern. Ein zentraler Punkt ist die Erfassung und Bewertung des kommunalen Vermögens und damit auch die Ermittlung des jährlichen Ressourcenverbrauchs. Die daraus gewonnenen Zahlen ermöglichen es der Verwaltung und der Politik, bei Zukunftsentscheidungen die tatsächlichen Folgekosten im Auge zu behalten. Letztlich geht es darum, dass die Generation, die die öffentlichen Einrichtungen schafft und betreibt, auch die Kosten dafür tragen muss (intergenerative Gerechtigkeit).
Die Studentengruppe der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg unter der Betreuung von Prof. Rieth und Prof. Dr. Sievering hat sich zur Aufgabe gemacht, in ihrem drei-monatigen Praxissemester den Schulverband Goldberg-Gymnasium Böblingen/Sindelfingen auf das neue Haushalts- und Rechnungswesen umzustellen. Das Goldberg-Gymnasium ist das älteste Gymnasium im Landkreis Böblingen und ist über 80 Jahre alt. Der Schulverband wird von der Stadt Sindelfingen verwaltet.
Schon in den ersten Wochen hat sich gezeigt, dass die Studentengruppe mit großem Engagement und Sachverstand diese komplexe Aufgabe angeht. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Alle Umstellungsaufgaben wurden sehr sachkundig aufgearbeitet und dokumentiert. Der neue Haushaltsplan, der Kontenplan sowie die Eröffnungsbilanz zum Bilanzstichtag 01.01.2010 liegen vor.
Ich darf mich im Namen des Schulverbands Goldberg-Gymnasium Böblingen /Sindelfingen und im Namen der Stadt Sindelfingen sehr herzlich für die tatkräftige Unterstützung bei der Umstellung auf die Doppik bedanken. Danken möchte ich auch den Professoren Rieth und Dr. Sievering für die intensive Begleitung und Beratung. Die Studentengruppe wird das Projektergebnis der Verbandsversammlung im November vorstellen.
Für die Zukunft wünsche ich der Studentengruppe einen erfolgreichen Hochschulabschluss und für den Einstieg in das Berufsleben alles Gute!
Sindelfingen, den 4. Oktober 2010
Albrecht Reusch
Stadtkämmerer